Unsere Mini-Asien-Reise begann am Dienstag, den 30.03. nach der Arbeit, als ich mich mit 2 Cerveca Negra und STEPHAN STRUNZ (aka steve, steffi bzw indiana jones) im Ceres Liner nach Bacolod City traf.
Dort ging unser Flug am Folgetag um 04uhr morgens nach Manila und wir übernachteten bei dem dritten Mitreisenden, BJÖRN SELZER (aka BJ oder einfach nur AFC). Als wir also am nächsten Morgen in Manila landeten,
war es mein erstes mal in der 12Millionen-Menschen-Agglo-meration und Hauptstadt der Philippinen und wie es sich gehört verbrachten wir den ganzen Tag in der Hauptattraktion dieser Stadt, einer Shopping-Mall. Die MOA (Mall of Asia) ist eine der größten der Welt (dicht hinter der SM in Quezon, ebenfalls Manila^^) und dort findet man alles bis hin zu nem Eishockeyfeld (ausser sich zurecht). Wir warteten eigentlich nur darauf, am Abend am Flughafen auf unser letztes Tourmitglied zu treffen, ALEX OHM, und unseren Flug nach Ho-Chi-Minh-Stadt (oder bei Nicht-Sozialisten: Saigon) anzutreten.
Bis dahin mussten wir noch etwas Schlaf nachholen und wo geht das besser als im Kino? Also taten wir uns einen extrem langweiligen Film an und regenerierten uns noch ein wenig (Übrigens: Niemals "Book of Eli" mit Denzel Washington gucken: Ein blinder Besitzer der letzten Bibel schlachtet sich von Gott geleitet durch das nach einem Atomangriff total verwüstete Amerika, um durch die heilige Schrift die Welt zu retten). Wir aßen noch ein wenig japanisch um uns mit den Stäbchen vertraut zu machen und flogen dann auch endgültig los. Um 01Uhr Nachts erreichten wir dann Saigon und unsere Reise hatte endgültig begonnen.
...Good Mornig Vietnam!
Ohne es als politisches Statement missverstanden zu sehen spreche ich im Folgenden von Saigon, das ist kürzer (Der Name bevor die Nordvietnamesen die "Befreiung Saigons" feiern und die Amis den "Fall Saigons" betrauern durften und die Stadt nach ihrem Führer Ho-Chi-Minh benannt wurde).
Wir kamen also des Nachts am Flughafen an und zogen uns lustiges Geld aus einem Visa-Automaten (500.000 Dong, 20euro oderso). Klugerweise haben wir in der MOA noch eine Nacht in der billigsten Pension im District 1 Saigons die man innerhalb von 5min im Internet finden konnte gebucht, sodass wir dem Taxifahrer ein Ziel nennen konnten. Dieses entpuppte sich als DER absolute Backpackerplatz, in DER Backpackerstreet im Zentrum. Sprich: Touristände, Bars, Souveniers, Koks und Nutten. Okay Koks vllt nicht, aber alle 5min wurde einem Gras angedreht ("Hey Friend, Marijuana?"). Obs an meinem Aussehen liegt? Naja.Zumindest musste man sich um die Party keine Sorgen machen aufgrund der vielen Bars die auch teils die gesetzlichen Sperrstunden (00-02Uhr) missachten konnten. Aber dazu mehr in Bangkok. Vom Vietnam versprachen wir uns alle vorallem viel Kultur und Geschichte. Letztere fanden wir zB im "War Remnants Museum", ein Museum über den Vietnamkrieg. Zuvor hatte es einen sehr viel passenderen Titel, welcher aber für höhere Besucherzahlen unter den amerikanischen Touristen geändert wurde. Der Name war "Museum of American War Crimes". Und genau das bekam man zu sehen, en detail.Wer etwas über den tatsächlichen Verlauf von Staatsgründung und Kriegsverlauf erfahren möchte, muss woanders suchen. Wer Spaß daran hat eine enorme Auswahl an Bildern zu sehen, auf denen GIs "Nordvietnamesische Befreiungskämpfer" köpfen oder "Zivilisten" aus Schützengräben jagen (was tun die da?!), ist hier an der richtigen Adresse.
Dies wurde uns allerdings erst nach dem Kauf des Tickets bewusst und so konnte man doch sehr gut gefordert/unterhalten werden, wenn man dieses Museum unter dem Wissen wer es erbaut hat betrachtet. All die Halbwarheiten und einseitige Berichterstattung unter dem Deckmantel der absolut richtigen Darstellung die so ein staatliches Museum ausstrahlt zu erkennen war äußerst interessant. Ich möchte hier nicht die Grausamkeit und Sinnlosigkeit der "Amerikanischen Intervention" gegen den bösen Ivan im Vietkong-Outfit herunterspielen, doch dieses Museum war schon sehr zweifelhaft.But now something completely different:
Wenn man das Verhältnis von Touristen zu Vietnamesen in den Straßen vor unserer Haustür betrachtet und einmal vergleicht mit dem Verhältnis von Prostituierten zu anderen Frauen in den Bars und Clubs dieser Straßen, lässt das einige Schlüsse zu. Und so tat man sich schwer, Locations zu finden in die man auch gehen wollte. Doch ein Spot der definitiv genial ist, heißt Sax'n'Jazz. Grandiose Jazzbar, wie es sich gehört mit open stage und begnadeten Musikern, dazu gutem Whiskey und diesem gewissen Flair das durch schwummriges Licht und minimalistische Einrichtung entsteht (Die Bar bestand quasi nur aus Bühne und Bar, dazu ein paar Stehtische und Barhocker und ein Sofa, aber es hieß ja auch "Bar" und nicht "Spielwiese für junge Designer", was oft und gerne verwechselt wird). Eine WOhltat für die Ohren war es allemal. Gute Livemusik ist man von den Philippinen her nichtmehr unbedingt gewohnt.
Ansonsten gibt es die Erkenntnis, dass es auch in Saigon möglich ist, mehr Geld für Möbel zu bezahlen als man besitzt, dass auch Vietnamesisches Bier lecker sein kann und man niemals, wirklich NIEMALS in einem Touri-Office eine Tour mit nem Boot über den Mekong nach Phnom-Penh buchen darf. Doch genau das taten wir.
