Auf Empfehlung unseres Guesthouses in Phnom Penh kamen wir in ein Hostel, das auf Anhieb sympatisch war, im Aufenthaltsraum lief Kill Bill und es gab Fahrräder zu leihen.
Diese Möglichkeit nutzten wir um die historischen Tempelanlagen mit diesen zu erkunden.
Bevor wir aufbrachen, kaufte Stephan sich in seiner Weitsicht einen "National Geographic Arts Guide" für 10 Dollar, in dem die Tempelanlagen beschrieben und deren Wände voll eingemeißelter Geschichte(n) erklärt und interpretiert wurden.
Nachdem wir wenige Kilometer ausserhalb Siem Raeps eine Station passiert hatten, an der wir 3-Tages-Karten für Angkor kaufen konnten (mussten), fuhren wir weiter in der Erwartung, jederzeit in einen Dschungel zu geraten, aus dem dann - Urplötzlich und in seiner zeitlosen unberührtheit von unzähligen saftig grünen Pflanzen überwuchert- Ruinen vergessener Tempel ragen würden.Da aber Trockenzeit war und man schlecht zehntausende Touristen durch den Urwald schicken kann, begegneten wir dem ersten (und gleichzeitig berühmtesten) Tempel wie einem Fußballstadion. Auf einer weitläufig abgeholzten Fläche war Platz geschaffen worden für Eis und Essenstände, Softdrink-Verkäufer, Souvenir und Ramschläden, Parkplätze und einen Heißluftballon. Die unerbittliche Sonne (es war an diesen Tagen an die 40°C heiß) hate alles Gras verbrannt, sodass man sich Angkor Wat auf Sand näherte. Dies hatte nichts mit den Vorstellungen gemein die ich von diesem Ort in meinem Kopf hatte, in der Regenzeit sieht dieser Platz wahrscheinlich anders aus.
Die Erhabenheit und schiere Größe dieses Tempels, welcher im 12. Jahrhundert erbaut wurde, beeindruckte dennoch unweigerlich.



Anschließend sahen auch Björn, Alex und ich uns noch gezwungen einen Art Guide zu kaufen, allerdings am Straßenrand für nur 4 Dollar. Wir fuhren weiter nach Angkor, der eigentlichen Stadt, mit seinen Terrassen und zentralem Tempel...

...und bekamen dort sogar noch etwas Wildlife zu sehen:

Bis zum Sonnenuntergang erkundeten wir immer weitere Bauten und malten uns aus, wie schön dieser Ort doch wäre ohne seinen Massentourismus und seine Folgen, dessen teil auch wir waren. Es ist die zerknüllte Cola-Dose am Wegrand, die geteerten Straßen durch in den Wald geschlagene Schneisen und die auf Dollars hoffenden Souvenir-Shop-Betrieber, die alle dasselbe verkaufen. Sie sind da, weil der westliche Massentourismus da ist und man sollte sich die Frage stellen ob man ein Teil dessen sein möchte.


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