Dienstag, 29. Juni 2010

Angkor

Angkor ist das Zentuntergegangenen Khmer-Reiches, die ersten Tempel erbaut im 9., die letzten im 15. Jahrhundert. Über eine Fläche von über 200km² sind mehr als 1000 Tempel verstreut, die Größten von ihnen aber auf einem relativ kleinem Gebiet nahe des heutigen Siem Reap.7std Busfahrt nördlich der Hauptstadt gelegen, ist diese Stadt die zweite große Touristenhochburg, so war es nicht schwer eine geeignete Unterkunft zu finden.
Auf Empfehlung unseres Guesthouses in Phnom Penh kamen wir in ein Hostel, das auf Anhieb sympatisch war, im Aufenthaltsraum lief Kill Bill und es gab Fahrräder zu leihen.
Diese Möglichkeit nutzten wir um die historischen Tempelanlagen mit diesen zu erkunden.
Bevor wir aufbrachen, kaufte Stephan sich in seiner Weitsicht einen "National Geographic Arts Guide" für 10 Dollar, in dem die Tempelanlagen beschrieben und deren Wände voll eingemeißelter Geschichte(n) erklärt und interpretiert wurden.
Nachdem wir wenige Kilometer ausserhalb Siem Raeps eine Station passiert hatten, an der wir 3-Tages-Karten für Angkor kaufen konnten (mussten), fuhren wir weiter in der Erwartung, jederzeit in einen Dschungel zu geraten, aus dem dann - Urplötzlich und in seiner zeitlosen unberührtheit von unzähligen saftig grünen Pflanzen überwuchert- Ruinen vergessener Tempel ragen würden.Da aber Trockenzeit war und man schlecht zehntausende Touristen durch den Urwald schicken kann, begegneten wir dem ersten (und gleichzeitig berühmtesten) Tempel wie einem Fußballstadion. Auf einer weitläufig abgeholzten Fläche war Platz geschaffen worden für Eis und Essenstände, Softdrink-Verkäufer, Souvenir und Ramschläden, Parkplätze und einen Heißluftballon. Die unerbittliche Sonne (es war an diesen Tagen an die 40°C heiß) hate alles Gras verbrannt, sodass man sich Angkor Wat auf Sand näherte. Dies hatte nichts mit den Vorstellungen gemein die ich von diesem Ort in meinem Kopf hatte, in der Regenzeit sieht dieser Platz wahrscheinlich anders aus.
Die Erhabenheit und schiere Größe dieses Tempels, welcher im 12. Jahrhundert erbaut wurde, beeindruckte dennoch unweigerlich.





Anschließend sahen auch Björn, Alex und ich uns noch gezwungen einen Art Guide zu kaufen, allerdings am Straßenrand für nur 4 Dollar. Wir fuhren weiter nach Angkor, der eigentlichen Stadt, mit seinen Terrassen und zentralem Tempel...



...und bekamen dort sogar noch etwas Wildlife zu sehen:



Bis zum Sonnenuntergang erkundeten wir immer weitere Bauten und malten uns aus, wie schön dieser Ort doch wäre ohne seinen Massentourismus und seine Folgen, dessen teil auch wir waren. Es ist die zerknüllte Cola-Dose am Wegrand, die geteerten Straßen durch in den Wald geschlagene Schneisen und die auf Dollars hoffenden Souvenir-Shop-Betrieber, die alle dasselbe verkaufen. Sie sind da, weil der westliche Massentourismus da ist und man sollte sich die Frage stellen ob man ein Teil dessen sein möchte.


Dienstag, 18. Mai 2010

Unser Plan war von vornherein gewesen, per Boot nach Phnom Pen zu fahren und auch das Mekong-Delta zu erkunden. Da es auch so praktisch viele Touri-Infos (oder besser ausgedrückt: Büros von Reisegesellschaften) gab, konnten wir uns die optimale Tour für den Optimalen Preis heraussuchen. Blöderweise waren, wie wir nach dem Besuch von 3 unterschiedlichen Büros feststellten, alle Preise und Touren exakt dieselben. Daher buchten wir (wie jeder andere zwangsläufig auch) eine 3-Tages-Tour Saigon-Phnom Pen, inklusive Besuch auf einer Krokodilfarm, einer Fischfarm, eine Mangroventour bei der anschließend von glücklichen typisch vietnamesischen Kindern typisch vietnamesische Musik gespielt wird, Bustransfers, 2 Übernachtungen, 1 Lunch und tatsächlich auch eine mehrstündige Bootsfahrt. Yeeha.
So starteten wir dann nach einer etwas längeren Nacht...


...um 7uhr morgens in Saigon, bezahlten noch schnell unsere hervorragende Pension, bekamen unsere Pässe wieder und fielen in den Bus. Wie auf Klassenfahrten freuten wir uns tierisch, die ganze Rückbank für uns zu haben, obwohl die Schlaglöcher da noch heftiger zu spüren waren. Und eine Klimaanlage suchte man auch vergebens. Eine Schrottmühle. Diese fuhr uns 2std in Richtung Mekong, wo wir auf eine Art Pumpboat steigen. Wir waren: 3 ältere weiße Herren mit junger vietnamesischer Frau, 1 französisches Ehepaar, mindestens 1 deutsches Ehepaar, 2 Polen und wir vier, die den Altersschnitt dramatisch senkten.


Die farce dieses Mekongtrips: Man wurde mit dem Boot in je 10min von langweiliger Fischfarm zu langweiliger Krokodilfarm gebracht und die größeren Strecken wurden per Bus zurückgelegt. Vor, nach und während der Stops gab es permanent Souvenirstände und allerlei kitschige Krokodilledermode. Was uns rettete war die noch anhaltende Trunkenheit und eine Hängematte, die am Heck des Pumpboats befestigt wurde.


Das und eine Nachmittägliche Fahrradtour auf einer der INseln im Mekongdelta ließen den Tag doch sehr gelungen erscheinen.


Doch abends dann der Supergau:
Der Bus brachte uns in eine 2Millionen-Stadt, Cantho, mitten im Mekong-Delta. Mit wunderschöner Promenade und leckerer Pizza (echter Käse!!! Hier gibts nur analog...) war sie uns gleich symphatisch.


Wir gönnten uns einen herrlichen Kaffee auf einem Rooftop nahe des FLusses, alles schien perfekt.
Doch als wir dann abends aber in unser Hotel einchecken wollten konnte Stephan seinen Pass nirgends finden. Für das Hotel kein Problem, aber was hieß das für uns? Ohne Pass kein Visum, keine AUfenthaltsgenemigung, keine Weiterreise nach Kambodscha, kein Philippinenvisum! Das bedeutete Stress ohne Ende. Doch auch nach mehrmaligem checken all unserer Gepäckstücke war der Pass nichtmehr aufzufinden. Auch der Reiseleiter ließ Bus und Boot checken, nirgends war der Pass. Ob er etwa auf der Fahrradtour aus stephans Tasche gefallen sein könnte? Zumindest hieß das für uns: Tour abbrechen. Das zumindest war nicht so schlimm, wir hatten genug Souvenirstände und Busfahrten hinter uns. Björn und Ich wollten Das mit dem DED wegen Philippinen-Visum klären und Stephan würde mit Alex Ohm zur Polizei gehen um seinen Pass als vermisst zu melden. Dann würden wir höchstwahrscheinlich zurück bis nach Hanoi zur Botschaft reisen müssen. Zum Glück organisierte der Reiseleiter einen Bus, der uns schonmal nach Saigon bringen sollte.
Als wir am nächsten morgen aufwachten und aus dem Hotel auscheckten, bekamen wir Stephans Pass von der Rezeption zurück. Doch nun fehlte Alexanders Pass. Wir hatten am Tag zuvor doch morgens im verkaterten Zustand tatsächlich die Pässe vertauscht als wir in Saigon auscheckten und nun hatte Stephan Alexanders Pass verloren. Das machte alles nicht unkomplizierter. Zum Glück gab es in Saigon ein Konsulat und Stephan hat (am Ostersonntag) eine Polizeiwache gefunden, die gegen genug Bestechungsgeld auch tatsächlich ein Formular ausstellte, welches belegte das der Pass verloren wurde.
Wir sahen die Sache positiv. Von der Langweiligen Tour entkommen, Pass würden wir neu beantragen können und am nächsten morgen schon weiterfliegen können, also hatten wir nichtmal einen Tag verloren. Und die möglichkeiten schienen sich sogar noch zu verbessern: Warum nicht in Saigon ständig Minispiele mit Punktesystem spielen und der Sieger dürfte am nächsten Tag die Stadt aussuchen in die wir mit frischem Pass von Saigon aus fliegen würden. Laos, Kambodscha, Thailand? Hongkong? Alles schien möglich.
So steigen wir dann in neuer Aufbruchstimmung in das Boot, das uns zum Bus nach Saigon zurückfuhr.


Am Bus angekommen dachten wir: Hmmm, die unklimatisierte Schrottmühle kannten wir doch. Wie lustig, is ja derselbe Bus der uns auch her gefahren hat! Lass doch wieder auf die Rückbank setzen! Oh, was ist denn da zwischen die Polster gerutscht? Alexander Ohms Reisepass. Freude. Der Bus fährt an. Zweifel. Eine Entscheidung ist gefordert.

Wir ließen den Bus anhalten und konnten die Tour sogar noch fortsetzen, sodass wir tatsächlich noch im Boot saßen, das uns zu der Grenze bringen sollte. Tierisch viel Stress (Zumindest für Alex und Stephan), aber immerhin hat uns diese Story vor einem Tag Touri-Tour gerettet. Und morgen wären wir schon in Phnom Pen. Wäre da nicht noch ein kleines Problem: Die Grenze
stelle des Vietnams befand sich auf einer Art Riesen-Hausboot mitten auf dem Mekong und im Umkreis von ca 2std gab es keinen VIsaautomaten. Das wir nur ca 25 der 85 Dollar, die für ein Visum vonnöten waren mithatten, bemerkten wir erst sehr viel später...
Nachdem uns die Sonne schon 3 Stunden lang den Kopf zermatert hat (tatsächlich war es verglichen zu den Philippinen nochmal ein Stück heißer, mag am kontinentaleren Klima liegen), bemerkten wir auf unserem boot, dass sich jeder auf den nächsten verlassen hat was das Geld fürs Visa anging, oder zumindest auf einen Visa-Automaten in Grenznähe. So mussten wir dann tatsächlich jeden mitreisenden um ein paar Dollar anbetteln, was zum Glück funktionierte, denn wir konnten ja am gemeinsamen Ziel Phnom Pen problemlos abheben. So passierten wir die Grenze und waren am zweiten Reiseabschnitt, Kambodscha.


Lustigerweise funktionierten dort aber an sämtlichen Automaten meine Karten nicht. Natoll. Warum auch immer ich die philippinische BPI-Maestro-Card mitgenommen habe weiß ich nicht mehr, aber dort rettete sie mich. Ich frage mich nur, was die DED-Leute gedacht haben, die mein Konto überwachen, wenn auf einmal ein großer Betrag von Kambodscha aus abgehoben wurde. Nunja zumindest fanden wir auch in Phnom Pen wieder eine klasse Pension für wenig Geld und konnten uns die nächsten Tage ganz auf diese Stadt konzentrieren, die neben dem mächtigen Mekong auch architektonische Highlights wie den Palast des Königs (die Khmer-Baukunst hat mich sehr beeindruckt) und natürlich geschichtsträchtige Orte wie die Killing Fields zu bieten hat. Diese Aspekte ergänzen mein Leben auf den Philippinen doch sehr gut, von Architektur und Geschichte hört man hier nicht so viel ;)
Ausserdem konnten die Leute besser Englisch sprechen als noch im Vietnam und obwohl die Schriftzeichen noch unleserlicher wahren,...



...so konnte man doch zumindest wieder Satzteile und Wörter ausmachen im Gegensatz zum singsang des Vietnamesischen. Khmer ("kambodschanisch") ist tatsächlich durch malayische Einflüsse viel näher an den philippinischen Sprachen als das chinesisch beeinflusste vietnamesisch. Nur durch die Schriftzeichen, welche ein Franzose erfand wirkt das Vietnamesische weniger fremd. Doch diese richtig auszusprechen ist für anfänger quasi unmöglich (besonders wenn man ein wörterbuch mit amerikanischer lautschrift hat^^).
Wenn man nur für eine so kurze Zeit durch die Länder reist wie wir das taten (3wochen für 3 Länder), sind sprachliche Barrieren besonders bitter. Um ein Land wie den Vietnam kennen zu lernen, ist es unablässlich denke ich, die Sprache vorher etwas zu erlernen und dann zumindest für 3Monate zu reisen, um die Ecken des Landes die nicht an Touristenachsen liegen zu entdecken. Vor unserer Reise war uns bewusst, dass wir die Länder nicht kennen lernen können in dieser Zeit und was ich hier schreibe ist alles nur ein erster Eindruck, von dem ich weiß, dass er sicherlich nicht repräsentativ ist und an einigen Ecken mit Sicherheit falsch. Doch um in ein Land einmal einen kleinen Einblick zu bekommen, um zu wissen ob sich eine längere Reise aufdrängt oder nicht, waren diese 3 Wochen optimal.
Doch zurück zum Thema:
Wir hatten uns natürlich vorgenommen in Kambodscha zumindest noch Angkor für 2-3 Tage anzusehen (allein dafür bräuchte man eigentlich eine Woche) und ansonsten in Phnom Pen zu bleiben, solange es uns gefällt. Den Gedanken dort mit Motorrädern hinzufahren verwarfen wir mangels Angebot und stiegen darauf um, Angkor per Rad zu erkunden, auf unserem Weg nach Thailand. Doch davor standen uns noch die Tage in der Hauptstadt bevor, welche wir tagsüber für Kultur/Geschichts-Exkursionen nutzen und Abends dann das reichhaltige Club und Bar-Angebot erleben wollten. So fuhren wir dann auch gleich nach einem Orientierungstag auf die Killing Fields ausserhalb Phnom Pens. Dies ist der Ort, an dem die roten Khmer in den 70ern zehntausende Menschen umbrachten, bei ihren ideologischen Säuberungen. Dieser Autogenozid richtete sich gegen das eigene VOlk, besonders die Intelektuelle Elite. Die kommunistische Bewegung der Khmer Rouge tötete dabei nicht einfach nur jeden, der im Verdacht war, der "Bourgeoisie" anzugehören (wozu es teils reichte lesen und schreiben zu können), sondern auch dessen Frau und Kinder. Das Prinzip: Jeder, dessen Vater getötet wird, wird sich rächen wollen. Präventative Tötung.
Heute sieht man an über 80 Stellen im Land Türme (teils aus Glas) in denen die Knochen der Opfer ausgestellt werden.


Wir reisten also vom sozialistischen Vietnam direkt ins Nachbarland, wo die Kommunistische Regierung gestürzt wurde und ein negative Haltung gegenüber dieser Staatsform dominiert. Von direkten Unterschieden zu berichten wäre falsch, man konnte welche in verschiedene Gegebenheiten interpretieren (zB Nachtruhezeiten und allgemeine Ordnung, Uniformen und Formulierungen öffentlicher Schriften), doch im großen und ganzen sieht eine kapitalistisch geprägte Großstadt in den Geschäfts und Touristen-Zentren immer gleich aus, nur die Fahnen die wehen sind andere.
Aber als Monarchie hat man natürlich einen hübschen Palast und diesen Ort suchten wir am folgetag auf. Mitten in der Innenstadt gelegen, erstrecken sich die Palastanlagen über iene große Fläche längs des Mekongs. Eine unglaubliche Ruhe und Erhabenheit strahlt von den goldenen Dächern der Hallen und gespickt von Mönchen und Buddha / Statuen ist es ein herrliches Erlebnis dort zu wandern. Nur blöd ist, wenn man heruasgeschickt wird, weil der König nach Hause kommt. Wir wollten ihn noch auf ein Bier einladen, aber der Guard meinte, ein andermal vielleicht^^


Eine besonders angenehme Erfahrung waren auch die Khmer-Massagen. Es gibt in Phnom Pen riesige Tempel, größer als Flugzeughangars, in denen überdimensionierte Dancefloors und Bars sind und es Zimmer gibt die per Stunde bezahlt werden. Dementsprechend auch das weibliche Stammpublikum. Doch positiv: Angrenzende Spa-Bereiche mit Dampfbädern, Saunen, Whirlpools und Massagen für insgesamt 9Dollar. Fairer Preis dachten sich Stephan und ich und fanden so doch noch unser moralisch vertretbares Amusement in einem dieser Läden. Für die nächsten Nächte suchten wir uns allerdings doch eher kleinere Läden wo man sehen konnte, das sie nicht noch angrenzende Zimmer hatten. Und nach 3 Tagen Phnom Pen brachen wir dann auf nach Siem Riep, die Stadt die nahe am Machtzentrum Indochinas vor 1000 Jahren liegt, Angkor.

Dienstag, 4. Mai 2010

Amping Philippines....

Unsere Mini-Asien-Reise begann am Dienstag, den 30.03. nach der Arbeit, als ich mich mit 2 Cerveca Negra und STEPHAN STRUNZ (aka steve, steffi bzw indiana jones) im Ceres Liner nach Bacolod City traf.

Dort ging unser Flug am Folgetag um 04uhr morgens nach Manila und wir übernachteten bei dem dritten Mitreisenden, BJÖRN SELZER (aka BJ oder einfach nur AFC). Als wir also am nächsten Morgen in Manila landeten, war es mein erstes mal in der 12Millionen-Menschen-Agglo-meration und Hauptstadt der Philippinen und wie es sich gehört verbrachten wir den ganzen Tag in der Hauptattraktion dieser Stadt, einer Shopping-Mall. Die MOA (Mall of Asia) ist eine der größten der Welt (dicht hinter der SM in Quezon, ebenfalls Manila^^) und dort findet man alles bis hin zu nem Eishockeyfeld (ausser sich zurecht). Wir warteten eigentlich nur darauf, am Abend am Flughafen auf unser letztes Tourmitglied zu treffen, ALEX OHM, und unseren Flug nach Ho-Chi-Minh-Stadt (oder bei Nicht-Sozialisten: Saigon) anzutreten.

Bis dahin mussten wir noch etwas Schlaf nachholen und wo geht das besser als im Kino? Also taten wir uns einen extrem langweiligen Film an und regenerierten uns noch ein wenig (Übrigens: Niemals "Book of Eli" mit Denzel Washington gucken: Ein blinder Besitzer der letzten Bibel schlachtet sich von Gott geleitet durch das nach einem Atomangriff total verwüstete Amerika, um durch die heilige Schrift die Welt zu retten). Wir aßen noch ein wenig japanisch um uns mit den Stäbchen vertraut zu machen und flogen dann auch endgültig los. Um 01Uhr Nachts erreichten wir dann Saigon und unsere Reise hatte endgültig begonnen.


...Good Mornig Vietnam!

Ohne es als politisches Statement missverstanden zu sehen spreche ich im Folgenden von Saigon, das ist kürzer (Der Name bevor die Nordvietnamesen die "Befreiung Saigons" feiern und die Amis den "Fall Saigons" betrauern durften und die Stadt nach ihrem Führer Ho-Chi-Minh benannt wurde).Wir kamen also des Nachts am Flughafen an und zogen uns lustiges Geld aus einem Visa-Automaten (500.000 Dong, 20euro oderso). Klugerweise haben wir in der MOA noch eine Nacht in der billigsten Pension im District 1 Saigons die man innerhalb von 5min im Internet finden konnte gebucht, sodass wir dem Taxifahrer ein Ziel nennen konnten. Dieses entpuppte sich als DER absolute Backpackerplatz, in DER Backpackerstreet im Zentrum. Sprich: Touristände, Bars, Souveniers, Koks und Nutten. Okay Koks vllt nicht, aber alle 5min wurde einem Gras angedreht ("Hey Friend, Marijuana?"). Obs an meinem Aussehen liegt? Naja.
Zumindest musste man sich um die Party keine Sorgen machen aufgrund der vielen Bars die auch teils die gesetzlichen Sperrstunden (00-02Uhr) missachten konnten. Aber dazu mehr in Bangkok. Vom Vietnam versprachen wir uns alle vorallem viel Kultur und Geschichte. Letztere fanden wir zB im "War Remnants Museum", ein Museum über den Vietnamkrieg. Zuvor hatte es einen sehr viel passenderen Titel, welcher aber für höhere Besucherzahlen unter den amerikanischen Touristen geändert wurde. Der Name war "Museum of American War Crimes". Und genau das bekam man zu sehen, en detail.Wer etwas über den tatsächlichen Verlauf von Staatsgründung und Kriegsverlauf erfahren möchte, muss woanders suchen. Wer Spaß daran hat eine enorme Auswahl an Bildern zu sehen, auf denen GIs "Nordvietnamesische Befreiungskämpfer" köpfen oder "Zivilisten" aus Schützengräben jagen (was tun die da?!), ist hier an der richtigen Adresse.

Dies wurde uns allerdings erst nach dem Kauf des Tickets bewusst und so konnte man doch sehr gut gefordert/unterhalten werden, wenn man dieses Museum unter dem Wissen wer es erbaut hat betrachtet. All die Halbwarheiten und einseitige Berichterstattung unter dem Deckmantel der absolut richtigen Darstellung die so ein staatliches Museum ausstrahlt zu erkennen war äußerst interessant. Ich möchte hier nicht die Grausamkeit und Sinnlosigkeit der "Amerikanischen Intervention" gegen den bösen Ivan im Vietkong-Outfit herunterspielen, doch dieses Museum war schon sehr zweifelhaft.

But now something completely different:

Wenn man das Verhältnis von Touristen zu Vietnamesen in den Straßen vor unserer Haustür betrachtet und einmal vergleicht mit dem Verhältnis von Prostituierten zu anderen Frauen in den Bars und Clubs dieser Straßen, lässt das einige Schlüsse zu. Und so tat man sich schwer, Locations zu finden in die man auch gehen wollte. Doch ein Spot der definitiv genial ist, heißt Sax'n'Jazz. Grandiose Jazzbar, wie es sich gehört mit open stage und begnadeten Musikern, dazu gutem Whiskey und diesem gewissen Flair das durch schwummriges Licht und minimalistische Einrichtung entsteht (Die Bar bestand quasi nur aus Bühne und Bar, dazu ein paar Stehtische und Barhocker und ein Sofa, aber es hieß ja auch "Bar" und nicht "Spielwiese für junge Designer", was oft und gerne verwechselt wird). Eine WOhltat für die Ohren war es allemal. Gute Livemusik ist man von den Philippinen her nichtmehr unbedingt gewohnt.
Ansonsten gibt es die Erkenntnis, dass es auch in Saigon möglich ist, mehr Geld für Möbel zu bezahlen als man besitzt, dass auch Vietnamesisches Bier lecker sein kann und man niemals, wirklich NIEMALS in einem Touri-Office eine Tour mit nem Boot über den Mekong nach Phnom-Penh buchen darf. Doch genau das taten wir.

Samstag, 2. Januar 2010

Frohes Neues!

Joa die letzten Tage waren ersmtal Urlaub von meinem wirklich mehr als strapaziösen Dasein auf diesem arbeitsamen Eiland auf dem 10. Breitangrad.

Ausgerechnet diese Zeit suchte sich mein Körper aus um erstmal 3 Tage auf Sparflamme zu laufen. Naja bei den Cordon-Bleu-Preisen wars vielleicht auch nicht schlecht mal weniger zu sich nehmen zu können ;)
Glücklicherweise habe ich die ersten fünf Tage völlig fit meinen Open-Water-Tauchschein machen können! Das ist genau mein Ding, Wasser, Tierchen und Sport in einem, da bleibe ich aufjeden dran. Ansonsten lassen sich die Beschäftigungen während dieses enorm entspannten Urlaubs auf Beach-Soccer ...


... und -Volleyball spielen, gelegentliches baden, schnorcheln, billiard und bier zusammenfassen. Achja Shakes und eben Cordon Bleu. Also alles in allem höchst chillig, auch wenn die Preise aufgrund von Pauschaltouristen ca 300% über dem lagen, was man als weltwärts-Freiwiliger sonst so ausgibt!
Nunja aber die Feier war trotzdem anständig, ich hoffe ihr zu Hause habts auch überstanden und nicht zu tief ins Glas geblickt ;)

Also alles gute für 2010 euch allen!

So this is Christmas.....

Heyho!
Ein etwas anderes Weihnachten hatte ich nu am Sugar Beach auf den Philippinen, mit ca 20 weiteren weltwärts-Freiwilligen in einem entspannten Resort!
Aus Ermangelung einer Nordmann-Tanne deshalb der Umstieg auf lokale Gewächse.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Young Professionals National Camp


Nach dem letzten Ereignisreichen Wochenende war die darauf folgende Woche eine einzige Kaffee/Ferkel/Schlaf-Woche. Es war an meinem Arbeitsplatz das Nationale Treffen junger Ingeneure und Architekten, mit Vorträgen über nachhaltigen Häuserbau, sozialen Wohnungsbau und Auswirkungen des Klimawandels auf das Bauwesen. Durchaus spannende Themen, doch die Art von Präsentation und Diskussion ist hier doch grundlegend anders als bei uns. Kritik wird nicht offen geäußert, der Gegenüber könnte ja sein Gesicht verlieren. Überdeis lieben viele Filipinos Phrasen und Bildersprache, was angebracht wird auch wenn es absolut nicht passt. Das einzig gute war das Essen (es gab zweimal das Nationalgericht, Lechon Baboy, Spanferkel).

Was ich also von diesem Seminat mitnehme:
1. Man kann an einem Tag 15Tassen Kaffee trinken und trotzdem einschlafen
2. Spanferkel ist in der Zubereitung recht simpel, aber unappetitlich.

3. Es ist hier durchaus möglich, dass von 30 Zuhörern im Saal 10 Schlafen, ohne das es jemanden interessiert
4. 2 T-Shirts
5. 2 Zertifikate der Teilnahme (Johannes Krause, for his dynamic participation)

Naja, nur noch eine Woche dann sind ferien :)

International Volunteers Day

Am vergangenen Wochenende (4.-6.12.) haben ich und Seija eine Reise durch die halben Visayas gemacht, um in Tacloban auf der Insel Leyte eine Party anlässlich des International Volunteers Day zu besuchen. Da uns ein Flug zu teuer wäre und man in diesem Inselstaat anders nicht vorankommt, haben wir uns entschlossen per Fähre zu reisen.
So starteten wir unsere Tour dann am Freitagmorgen, 04:00 Uhr, um die erste Fähre von San Carlos City nach Toledo auf der Insel Cebu zu nehmen. Es war noch stockdunkel als wir ablegten und da die Fahrt über zwei Stunden dauerte und genau gen Osten ging, fuhren wir praktisch in den Sonnenaufgang hinein....



kurz darauf waren auch schon die ersten Fischer auf ihren traditionellen Booten unterwegs:


Auf Cebu Island in Toledo angekommen, steigen wir sofort in einen Ceres-Liner. Diese markanten gelben Busse sind überall zu finden und ein preisgünstiges Transportmittel...
Die komplette Fahrt verschlief ich, doch als ich erwachte, befand ich mich mitten in der Zweitgrößten Stadt der Philippinen, Cebu City. Nahezu alle großen Konzerne haben hier einen Standort, da sich diese Stadt genau in der Mitte der Philippinen befindet und somit ein perfekter Umschlagplatz ist. Am Bus-Terminal angekommen nahmen wir ein Taxi, wobei der Fahrer so nett war, den Taxameter einzustellen. So wurden wir nich gelinkt und am Hafen angekommen haben wir für alles gerade einmal 280peso bezahlt und 6std gebraucht. Mit einer lockeren Stunde Zeit bis unsere Fähre abfuhr warteten wir dann auch eine andere Freiwillige, die auf Cebu Island lebt. Wir buchten eine Fahrt im SuperCat, ein High-Speed-Katamaran mit Sicherheitskontrollen, Inneneinrichtung und Komfort wie im Flugzeug. Der Spaß kostete zwar mit Abstand am meisten auf der ganzen Fahrt (500peso), aber so konnte man in 2std in ormoc auf Leyte sein, wozu man ansonsten 6std gebraucht hätte. Es war sogar noch ein Bus nach Tacloban City inclusive!Dort kamen wir letztendlich um 4uhr Nachmittags an, 12std Fahrt hatten wir hinter uns gebracht. Nun musste die Party aber wirklich gut sein, damit sich das gelohnt hat!
Am Freitagabend traf ich gleich Simon und Ossi wieder...
...(Zwei Scheeßeler Kollegen von mir) und so wurde die erste Nacht mit den anderen DED-Freiwilligen die zur Party am Samstag gekommen waren durchgefeiert...nach satten 4std Schlaf ging es dann auch schon zu unserem eigentlichen Ziel, ein Haus am Strand, das komplett für diese Feier gemietet war.



Ein ständig wiederbefülltes Buffet, ordentliche Musik und Gäste aus Australien, den USA, Deutschland und den Philippinen machten aus einem schönen Tag einen fetzigen Abend. Ich hab sogar einer Runde Filipinos "4 Könige" spielen beigebracht^^


Mit Klassikern wie Mullersand ging dieser Abend
dann in den Morgen über...


...und da sich schlafen um 05.30uhr auch nichtmehr gelohnt hätte, beschlossen Seija und Ich doch einfach direkt in ein Jeepney zu steigen und zurück zu fahren!
Wir schliefen mehr als den Halben Weg von Tacloban wieder zurück nach San Carlos, doch durch irgendein Glück erwischten wir jede Fähre mit perfektem Timing. Wir hatten in Cebu sogar noch die Gelegenheit das "Vienna Kaffeehaus" auszuprobieren, ein österreichisches Lokal, in dem ich seit langem mal wieder ein richtiges Frühstück aß!


Und so endete alles wie es begann, auf einer Fähre zwischen Negros und Cebu, nur diesesmal dem Sonnenuntergang entgegen...

Original Pirate Material

Eine weitere Anekdote zum Thema DVDs:
Ich dachte eine DVD für 95cent wäre günstig. Da hatte ich aber noch nicht die wunderbaren collections entdeckt: Bis zu 20 Filme auf einer Disc, Preis: 80Peso (1,10euro oderso). Leider werde ich die wohl auf der Heimreise beim Zoll lassen müssen. Die Qualität aber ist erstaunlich gut und so besitze ich nun schon die Al Pacino, James Bond und Johnny Depp-Collection. Letztere enthält Sweeney Todd, Fluch der Karibik 1-3, Die 9 Pforten, Platoon, Rochester, Charlie in der Schokoladenfabrik, Donnie Brasco, Es war einmal in Mexico, From Hell, Chocolat, Sleepy Hollow, Edward mit den Scherenhänden, Corpse Bride, Blow, What's eating Gilbert Grape, Fear and loathing in Las Vegas und Das geheime Fenster. Nich schlecht. Allerdings müssen für diesen Preis wohl auch kleine Einbußen in Kauf genommen werden. Na, wo hat sich hier der Fehler eingeschlichen?

Dienstag, 1. Dezember 2009

November 28

Mit den Malls hier auf Negros ist das so eine Sache.
Geführt werden diese Riesenkaufhäuser, die meist Ketten und in vielen großen Städten vorhanden sind (Gaisano, SM, Robinsons), ausschließlich von Chinesen. Diese sind neben den Japanern, Spaniern und Amerikanern (die ja historische Gründe haben) die vierte häufig vertretene Nationalität auf den Philippinen. Sind die Spanier im Landbesitz, die Amerikaner in der Öffentlichkeitsarbeit und die Japaner im Automobilsektor führend, so haben es sich die Chinesen zueigen gemacht, sämtliche erfolreichen Großbetriebe hier zu führen, besonders Warenhäuser. Der Schlüssel zum Erfolg ist klar: Große Mengen an westlichen Gegenständen kopieren und billig herstellen. Lustigerweise schlägt dieses Prinzip auch auf das Personalmanagement durch. Es gibt mindestens soviele Mitarbeiter wie Kunden, was mitunter sehr nervend sein kann. Doch geht dadurch der Prozess des Einkaufens schneller voran? Nein, im Gegenteil: An der Kasse erlebt man jede Woche aufs Neue die unpraktischten Lösungen. So stehen immer 2 Frauen hinter jeder Kasse, doch sind notorisch zuwenige Kassen besetzt. Ebenso sammeln sich Packer in kleinen Grüppchen an sinnfreien Orten und halten Angestellte ab, deren Aufgabe beispielsweise darin besteht, herumstehende Einkaufswagen wegzufahren oder Inventur WÄREND der Öffnungszeiten zu machen (?!). Nun ist an der Kasse das Problem folgendes: Es wird jeder Gegenstand, völlig gleichgültig in welcher Menge man ihn erwirbt, einzeln gescannt. Das kann mitunter, zB wenn einzeln verpackte Kaffee-Pulver-Päckchen gekauft werden, schonmal eine Vierstelstunde dauern. Ohne Preisschild geht da natürlich garnichts, und es entsteht eine unendliche Verwirrung, was den Vorgang weiter verzögert.
Beispiel:

Als ich mir drei Würfel kaufte, natürlich alle einzeln, klebte mir eine Verkäuferin doch tatsächlich auf jedes kleine Würfelchen ein extra Schild. Wie praktisch is sowas?

Montag, 30. November 2009

November 24

Im Jahre 1991 kam es auf den Philippinen in Nord-Luzon zu einem Vulkanausbruch.
Der Pinatubo tötete 875 Menschen und seine Asche trug dazu bei, dass die Durchschnittstemperatur auf der Erde um einen halben Grad Celsius gesenkt wurde.
Umso erstaunlicher, da der Vulkan ansich für erloschen gehalten wurde.
Der Mt. Kanlaon hingegen, hat fast die doppelte Höhe und ist direkt vor meiner Haustür.
Und er gilt noch als aktiv. Aber trotzallem ist es ungefährlich, man sagt er habe kaum Potential. Was auch immer das heißt^^
Naja schön ist er auf jeden Fall, wenn er mal aus den Wolken herausguckt:

November 08

Mal wieder zu nem Wasserfall.
Haben wir uns gedacht. Und sind entspannt mit Flipflops und ärmellosem T-Shirt losgewandert.
Was für ein Fehler! Der Wasserfall befand sich zwar, wie vorher von DED-Senior-Mitarbeiter Felix gesagt, bei Don Salvador, doch von der Straße bis zum eigentlich Fall waren es noch "lockere" 45 Minuten Fußmarsch bergab und wieder bergauf, durch vollkommen durchnässten Lehmboden und Reisfelder, die ebenfalls geflutet waren. Welch eine Schnapsidee! Man rutschte also mehr als das man ging und landete alle paar meter im Matsch. Die Sonne verbrannte einem derweil fröhlich die Arme und mit aufgeschürften Füßen durch Reisfelder zu waten macht auch keinen Spaß!
Doch was soll ich sagen, es hat sich definitiv gelohnt! mindestens 30m hoch war der Wasserfall, welcher soviel Lärm machte, dass man nichts hören konnte und so eine Strömung verursachte, dass man eine halbe Stunde hätte schwimmen klnnen ohne vom Fleck zu kommen! Kleines Gruppenfoto (von links nach rechts, von oben nach unten): Lars, Lennart, Stephan, Alex, Daniel / Seija, Alina, Nathi. In der Midde ich.

November ??

Es ist doch immer wieder spaßig, zweifelhafte Einkäufe zu tätigen. Durch den geringen Kostenaufwand tut es einem sowieso nicht groß weh. So dachte ich auch, als ich mir frohen Mutes in der großen Shoppingmall zwei Filme kaufte. "Inglorious Bastards" und "The Spirit" kosteten als Blue-Ray-Disc nur jeweils 60Peso (95cent). Kann man also nich viel falsch machen, dachte ich, wenn sie zu unrecht als Blue-Ray deklariert wurden halb so wid. Ehrlich gesagt hatte ich es sogar gehofft, denn ich besitze nichtmal ein Blue-Ray-fähiges Laufwerk! Doch was dann folgte war schon sehr ernüchternd: Es offenbarte sich mir ein Kinomitschnitt der übelsten Sorte, mit flackerndem Licht und zudem komplett auf Russisch. Ein Glück, dass der Film nicht übersetzt wurde, und sowieso die Hälfte Deutsch oder Französisch ist (wer den Film nicht kennt, es geht um den 2.Weltkrieg, grob gesagt^^). Doch ob ich mir nun den zweiten Film auch noch gebe, weiß ich noch nicht recht. Dabei ist im Bischofs-Palast ein so schöner Plasma-Bildschirm mit surroundsound und klimaanlage...
Nunja aber es gibt ja auch noch die öffentlichen Fernsehprogramme.
Doch sieht man TV in den Philippinen, so unterschiedet es sich nicht groß von dem Deutschen. Sowieso sind sämtliche Formate aus den USA übernommen (Big Brother, Next Topmodell, Uri Geller usw), einzig der bei uns allgegenwärtige Fußball wird durch Basketball ersetzt.
Als Malte und Ich nun mal wieder in einem Imbiss aßen, kamen wir nicht umhin, die phili-version vom Next Topmodel anzuschauen. Doch siehe da: Alle Teilnehmerinnen waren weiß! Wie konnte das denn sein?
Einfache Antwort: Weiße Haut gilt hier als Schönheitsideal und so ist "whitener" auch zwingend Inhaltsstoff eines jeden Körperpflege-Gegenstands von Cremes bis Duschgel.
So überraschte dann auch diese Werbung an einem Jeepney nichtmehr:

November 14

ich trag ma n bisschen nach, daher im Titel die Angaben des eigentlichen Datums der Geschehnisse.
Man sagt, es gibt auf den Philippinen diese Momente, in denen die Kriminalitätsrate in Manila auf den Nullpunkt sinkt. Wo die Straßen buchstäblich wie leergefegt sind, wo jeder, ob Bischof, Banker oder Bauarbeiter vorm Fernseher sitzt. Dann nämlich, wenn das Idol eines jeden Filipinos, Manni Paquiao, einen Fight hat. Vom Reissack-Schlepper zum Multimillionär hat er sich geboxt, und damit noch mehr Anziehungskraft und Identifikationspotenzial für eine Nation als Boris Becker und Michael Schumacher in ihren besten Tagen. Wochen vor dem Kapmf wird über nichts anderes gesprochen, am Tag danach müssen die Frisöre Manni Paquiao-Frisuren formen und dieser eine Mann ist um 100te Millionen Dollar reicher, da er Werbeverträge für sämtliche gutzahlenden Firmen dieses Staates hat. Solch ein Ereignis durfte ich miterleben, mit 40Filipinos vor einem Fernseher die die ausgelassendste Party schmießen die ich hier je erlebt hat, sogar ohne Rum und um 1uhr Mittags. "Pacman" besiegte Cotto durch T.K.O. und schrieb sich in die Geschichtsbücher ein, als erster Mann der Weltmeister in 7 verschiedenen Gewichtsklassen ist, vom Feder- bis zum Weltergewicht!
Es war schon beeindruckent, eine Pacman-Frisur gönne ich mir dennoch nicht. Vielleicht wird aus mir aber nochmal ein Box-Fan....

Mittwoch, 4. November 2009

Cemenary

Ein sehr cooler Filipino den ich hier kennen gelernt habe und den ich sehr schätze hat mir eine sehr interessante Theorie geschlidert:
In den Philippinen existiert keine gesetzliche Regelung zur Geburtenkontrolle, einschließlich Kondomen und Pillen. Die extrem einflussreiche katholische Kirche geht jedoch strikt gegen die Lobby der Kondom und Pillen-Hersteller vor, die die Politik dazu bewegen will, eine etwas liberalere Haltung einzunehmen. Nun zur Theorie:
Die Politiker der Philippinen werden manipuliert und bestochen, von westlichen Konzernen und Politikern, um zu erreichen, dass die Nutzung von Verhütungsmitteln gängige Praxis wird, aus dem Grund, dass die westlichen Länder Angst haben. Angst davor, dass die einheimischen Arbeitsmärkte überschwemmt und dominiert werden von den enormen Massen an auswandernden Filipinos. Um die Macht über die Working-Class behalten zu können, müssen sie die moralisch nicht vertretbaren Verhütungsmittel hinterrücks in dieses Land einführen und das Bevölkerungswachstu stoppen.
Oh mein Gott, so ein Blödsinn.
Naja immerhin hat er mir coole Billiard-Tricks erklärt!

PS: Der Ort, an dem ich diesen Artikel schreibe, ist das Foyer des Bischofs-Palastes :)

Freitag, 30. Oktober 2009

S.P.O.R.T.

Es is nun schon etwas her, das ich mal wieder was neues geschrieben habe...
daher kommt nun ein bisschen nachtrag:
Sport und körperliche Fitness: ein heikles Thema hier in den philippinen!
Zunächst herrscht folgende Regel: Wer es sich leisten kann, isst mindestens 5mal am Tag. Das durfte ich bei unserem Sprachkurs schon feststellen. Morgens gibt es grundsätzlich Ei, Bacon und Reis. Es folgt nach 2std ein kleiner vormittags-snack (meist ein sandwich oder burger). Nun kommt das Lunch, mit Fisch oder Fleisch oder beidem miiiiit: Reis. Um an den enormen Strapatzen des Verdauungsschläfchens nicht zugrunde zu gehen, gibt es zum Glück den Nachmittags-snack, meist ein hotdog oder sonstiges (hauptsache fleisch). Tja, und zum Dinner wird neben Chicken und Fisch und Getier jeglicher Herkunft natürlich Reis angeboten.
Bei einem solchen ernährungsplan ist es unabdingbar, sich nach einer möglichkeit umzusehen, sport zu betreiben. Da man als Durchschnittseuropäer definitiv nicht tagsüber joggen kann, ohne nach einer halben stunde einzubrechen aufgrund der sonne und hitze und nachts nicht joggen sollte, da motorisierte gefährte hier grundsätzlich kein licht haben (wenn doch, dann grundsätzlich mit fernlicht), sucht man sich am besten eine andere Sportart aus.
Sportart Nr1: Basketball ist der absolute Volkssport hier, jeder spielt überall (wirklcih überall).
Sportart Nr2: Baseball. Naja das wäre ja sehr cool, nur leider spielt man hier ausschließlich softball, ausserdem kann ichs nich^^
Nicht-Populäre Sportart: Fußball.
Aaaaaber: Ich durfte den enorm freundlichen Bürgermeister von San Carlos kennen lernen und dieser ist ein großer Fan dieser unpopulären Sportart. Man sagt, San Carlos City sei die Fußball-Hauptstadt der Visayas. Daher gibt es in deisem winzigen Nest einer Stadt mindestens 8 Fußballplätze und Teams in allen Altersklassen....und gesäumt sind diese Plätze nicht mit Maisfeldern, in denen die Bälle verloren gehen, sondern mit ein paar hübschen Kokos-Palmen. SO lässts sich spielen :)

Dienstag, 13. Oktober 2009

Kleidung kaufen

Die Department Stores in den großen Malls hier sind ein idealer Ort um Kleidung zu kaufen...
Erstens sind T-Shirts und kurze Hosen hier Spottbillig, zweitens oftmals auch sehr cool und tragbar. Doch der Grund für den geringen Preis liegt oftmals auf der Hand: Sobald es sich um Markenprodukte handelt, kann man sich sicher sein, dass diese gefälscht sind. Unschwer ist das bei Fußballtrikots zu erkennen, bei Quicksilverhosen hingegen ist es schon raffinierter.
Es gibt allerdings auch enorm plumpe Beispiele (na, könnt ihr den Fehler entdecken?):

Okay, das ist zwar verblüffend, aber nicht wirklich erstaunlich, da die meisten Filipinos zwar immer nett fragen, wo man herkomme, jedoch auf die Antwort "Germany" dann fragen: "Und wo genau in den USA liegt das?"
Wirklich erstaunlich ist ein anderer Gegenstand, den ich zwischen Bergen von teils mehr, teils minder lustig bedruckten T-Shirts entdeckte. Wie kommt ein solches Shirt in einen Supermarkt eines Provinzstädtchens auf den Philippinen??? Seht selbst:

Sonntag, 11. Oktober 2009

Schnorcheln die Zweite



Heute haben wir mal wieder eine Bootstour unternommen, mit unserem schwulen Cebuano-Lehrer Saphie. Diesesmal war es direkt vor meinem zukünftigen Wohnort, San Carlos. Zwar ging es nicht zu einer Trauminsel, dafür konnten wir aber direkt vom Boot aus schnorcheln gehen....und das war der Wahnsinn! Korallenriffe wohin das Auge reichte und alle Fische, die ich früher so gerne in meinem Aquarium gehalten hätte, waren zum greifen nahe... Ich hab übrigens Nemo gefunden...